Nisthilfe selbst bauen

Einfache Nisthilfen lassen sich kinderleicht selbst bauen.
Man braucht dazu

  • einen leeren Behälter mit Boden, z. B. eine Konservendose
  • getrocknete, hohle oder markhaltige Pflanzenstängel aus dem Garten (ebenfalls geeignet sind Naturstrohhalme, Schilf- oder Bambusröhrchen)

ACHTUNG: Bei Verwendung von Dosen, die sich mit einer Lasche per Hand öffnen lassen, bleibt oft eine scharfe Kante stehen !!!HOHE VERLETZUNGSGEFAHR FÜR ZARTE KINDERHÄNDE!!! Deshalb sollte der Rand geglättet werden. Meist reicht es schon, mit einem herkömmlichen Büchsenöffner einmal rundherum zu rollen. Dann ist die Kante entfernt und der Rest plattgedrückt.

Die Halme werden auf eine passende Länge zugeschnitten – beim Zuschneiden unbedingt auf glatte Schnittkanten an den Enden der Halme achten, weil Wildbienen gequetschte, scharfkantige, rissige Halme nicht mögen!

Halme dicht an dicht in die Dose stellen. Es ist schlau, auf den Boden der Dose etwas Gips zu geben und die Halme hineinzudrücken. Nachdem der Gips trocken ist, sind die Halme fest darin und können nicht von hungrigen Vögeln herausgezogen werden.

Da es Wildbienen ganz unterschiedlicher Größe gibt, sollten Halme mit unterschiedlichem Durchmesser verwendet werden.

Den gefüllten Behälter befestigt man irgendwo im Garten. Das sieht dann etwa so aus:


 

Binni Wildbiene erklärt, wie die Nistkammern von ihren Artgenossen genutzt werden


Zuerst legen sie in der Nistkammer einen Proviant für den Nachwuchs an (z.B. Pollen und Nektar) und legen ein winziges Ei dazu. Dann verschließen sie die kleine Höhle mit einem Deckel aus etwas Sand, Lehm, Pflanzenteilen oder auch winzigen Holzstückchen.

Auf diesen Deckel kommt die nächste Nistkammer. Zuerst wird wieder Pollen eingefüllt, dann kommt ein weiteres Ei hinein, zum Schluss wird auch diese Kammer verschlossen.

Das geht so weiter bis die gesamte Niströhre (z. B. der Pflanzenstängel) gefüllt ist. Ganz zum Schluss kommt ein fester Deckel darauf, dann ist die Brut geschützt.

Wildbienenkinder heißen Larven. Wenn die Larven aus ihren Eiern geschlüpft sind, ernähren sie sich vom Pollenvorrat in ihrer Brutkammer. Ausgewachsenen Larven werden zu Puppen. So können sie die lange Zeit bis zum Schlüpfen, manchmal sogar den ganzen Winter überdauern.

Nach dem Schlüpfen sind sie fertige Wildbienen und sorgen selbst wieder für Nachwuchs.

Gleichzeitig leisten sie wichtige Arbeit in der Natur, indem sie die Blüten bestäuben.

 

Natur-Kultur-Pfad Wassel