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Was am Insektenhaus passiert ist

Frühjahr 2020 im Insektenhaus

In diesem Frühjahr kann man am Insektenhaus die Wildbienen in voller Aktion beobachten.

Im vergangenen Jahr waren zahlreiche Niströhren verschlossen worden. Mitte März kam Leben in die Wildbienen-Kinderstube. Wer genau hinschaute, konnte der Generation 2020 beim Schlüpfen zusehen.

Zunächst war erkennbar, dass auf den Brettern vor den Niströhren allerlei Bröckchen herumlagen. Das waren die aufgebissenen Verschlüsse der Niströhren. Und dann war in den offenen Niströhren Bewegung zu sehen …


Ab Ende März/Anfang April wurde es so richtig lebhaft um das Insektenhaus. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen flogen zahlreiche Wildbienen, um Plätze für ihren Nachwuchs zu ergattern.

Eine besonders auffällige Wildbiene ist die Gehörnte Mauerbiene. Diese war als erste da und ist auch am häufigsten zu sehen.

Zu beobachten sind auch andere Mauerbienenarten, wie die Rostrote Mauerbiene.

Mauerbienen tragen ihren Namen deshalb, weil sie ihre Brutröhren zumauern. Dies ist sehr gut am Insektenhaus zu beobachten.

Das Insektenhaus mit seinen Brutröhren ist nicht der einzige Platz, in den die Mauerbienen gern einziehen. Sie mögen auch Mauerritzen, Hohlräume im Totholz, manche ziehen sogar in leere Schneckenhäuser ein.


An unserem Insektenhaus sind schon wieder viele Brutröhren verschlossen, in denen die Generation 2021 heranwächst.

Wie man sehen kann, eignen sich die unterschiedlichsten Materialien als Unterschlupf – Holz, hohle Pflanzenstängel, Stein …

Auf welche Art die Brutröhren verschlossen sind, gibt auch einen Hinweis darauf, welche Wildbienenart hier gebaut hat (verwendetes Material wie kleine Steinchen, Sand, Pflanzenteile ...).

Bevor eine neue Generation das Licht der Welt erblickt, geschieht Einiges in der verschlossenen Brutröhre.

Bei Mauerbienen läuft es etwa wie folgt ab:
Mauerbienen versorgen ihre Larven mit Pollen, denen etwas Nektar beigemischt sein kann. Ist die erforderliche Menge eingetragen, legt das Weibchen ein Ei an den Pollenvorrat und verschließt dann die Zelle.

Dieser Zellverschluss ist zugleich die Rückwand der nächsten Zelle – hinter einem Nestverschluss verbergen sich also in der Regel mehrere Zellen mit jeweils einem Ei.

Ein Weibchen benötigt für Provianteintrag und Verschluss einer Zelle meist einen Tag. Wenn die Biene die Röhre fast vollständig mit Brutzellen gefüllt hat und kurz vor dem Eingang des Nistgangs angekommen ist, mauert sie den von außen sichtbaren Nestverschluss.

Eine Larve häutet sich nach dem Schlüpfen mehrmals und frisst einige Wochen lang von dem Nahrungsvorrat, bevor sie sich in einen Kokon einspinnt und verpuppt.

Schließlich schlüpft aus der Puppe die flugfähige Biene. Diese nagt sich ins Freie.

Die meisten Arten bringen nur eine Generation im Jahr hervor.

Und auch diese Wildbienen wurden in Wassel gesichtet. Es sind Düsterbienen. Die Düsterbienen zählen zu den Kuckucksbienen. Wie der Name schon sagt, benehmen sie sich wie ein Kuckuck. Sie legen ihre Eier in fremde Nester. Also brauchen sie kein Baumaterial heranschleppen und auch kein Futter für ihren Nachwuchs. Sie nutzen einfach die Brutröhren anderer Wildbienen. Gut erkennen kann man sie daran, dass sie an Nisthilfen suchend herumschwirren und in verschiedene Brutröhren "prüfend hineinschauen". Erkennbar sind sie auch an ihrer überwiegend dunklen Färbung.

Es gibt noch zahlreiche andere Wildbienenarten mit ganz unterschiedlichen Lebensweisen.

Wer aufmerksam durch die Natur geht, wird erkennen, dass mit Erscheinen unterschiedlicher Pflanzen im Laufe des Jahres auch viele verschiedene Wildbienenarten zu sehen sind.

Selbstverständlich gibt es ganz unterschiedliche Lebensräume. Sehr viele Wildbienenarten leben auch in kleinen Erdhöhlen, die sie meist selbst graben.

UND NOCHMAL ZUR ERINNERUNG:

Niemand muss Angst haben vor Wildbienen. Sie können uns mit ihrem weichen Stachel überhaupt nicht stechen!

 

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